Wer war Dein erster bester Freund?

13. September

13. September 2017

Wer war Dein erster bester Freund?

Durch dick und dünn gemeinsam gehen. Berge erklimmen und Streiche aushecken. Mein erster bester Freund waren meine Geschwister und die Kinder in unserer Straße. Ich möchte von ihnen keinen hervorheben, weil wir eine eingeschworene Gemeinschaft fürs Spielen, rumtoben, klettern und Unfug anstellen waren.

Im Kindergarten hatte ich einen Sandkastenfreund, den ich auch heiraten wollte. Aber so ist es nun mal vor der Schule. Da geht man diese Verbindungen ein, zu diesen Menschen hat man einen Bezug, aber er wurde nicht mein bester Freund.

Später als Jugendliche war das dann aber mein Mitstreiter während unserer gemeinsamen kaufmännischen Ausbildung. Wir hingen immer zusammen in der Berufsschule rum und trafen uns auch oft privat, es gibt noch eine ansehnliche Briefkorrespondenz, obwohl wir uns mindestens einmal in der Woche sahen. Er war der erste Mann, den ich als einen besten Freund bezeichnen würde. Dann ist er fortgezogen, aber die Verbindung blieb. Und daran muss wirklich etwas sein, denn obgleich inzwischen über 30 Jahre ins Land gegangen sind, werde ich ihn im Herbst am Ende der Welt besuchen. Haben wir uns zwar lange nicht gesehen, aber doch immer den Kontakt gehalten.

Nochmals später hatte ich noch einen besten Freund. Interessanter weise habe ich ihn in meinem Ausbildungsbetrieb kennengelernt, da war ich bereits ausgelernt. Wir verstanden uns auf Anhieb und haben vieles gemeinsam erlebt und angestellt. Mit ihm konnte ich über Gott und die Welt reden, Probleme wälzen und gegenseitigen Liebeskummer auffangen. Wir waren uns teilweise sehr ähnlich und doch aufgrund unseres Geschlechtes auch wieder nicht. Inzwischen hat sich auch hier der Schleier der Zeit und der Entfernung gelegt, aber wichtig ist er mir immer noch! Und auch mit ihm pflege ich mich, wenn auch unregelmäßig zu hören, zu lesen oder gar zu sehen.

Ich will hier nicht meinen Mann übergehen, der mir ein guter wahrer Freund ist. Aber diese frühen Verbindungen sind eng und fest. Sie bedeuten etwas, oder nicht?

Und mein erster bester Hundefreund war Dosmo:  ein schöner Hund, durch ihn habe ich viel über mich gelernt. Er hatte eine Antenne für Menschen, die uns wohlgesonnen waren oder auch nicht. Er beschützte uns und war doch auch nur ein „Hinter-dem-Ohr-gekrault-zu-werden-ist-einfach-himmlich!“- Hund. Ohne eine Ahnung von Hundehaltung zu haben, wurden er und sein Kumpel Afro hier aufgenommen. Klar, der Hof hatte immer Hunde und mein Mann und seine Eltern kannten den Umgang mit ihnen, aber ich? Ich hatte keinen blassen Schimmer. Und dank einer lieben Freundin hat das dann auch irgendwie geklappt: zwei junge Rüden zusammen hier auf dem Hof. Später war sie es, die mir bei den Nachfolgern vor 4 Jahren echte Hundeführung beigebracht!

Dosmo kam vor langer Zeit zu uns, ein wenig gestört, aber eine treue Seele. Er konnte sich hier frei bewegen und genoss es mit uns zusammen auf dem Sofa zu liegen. Wir spielten im Garten mit Ball oder Frisbeescheibe, mit seinem Kumpel zog er um die Strohballen und Siloreifen, fing Ratten und ließ auch manchen Vogel eine Feder verlieren. Ich begleitete ihn bei seinem letzten Schnaufer, das ging gar nicht anders. Das gehörte für mich dazu. Und er wird immer für mich mein erster bester Hunde-Freund sein und bleiben.

Ich finde es interessant, dass mir keine Frau eingefallen ist. Klar, gab es Freundinnen, und es gibt auch noch eine, die ich seit der Grundschule kenne, aber beim Lesen der Frage kamen mir sofort die beiden Jungs in den Sinn! In der Schule pflegte ich Freundschaften, die aber nach der Schule keinen Bestand mehr hatten. Aus meiner Zeit aus Lübeck habe ich noch eine Freundin, wir haben die Ausbildung zur Krankenschwester gemeinsam gemeister und sehen uns auch heute immer noch ab und zu. Beste Freunde sind wir auch, aber wenn ich ganz genau in mich höre, weiß ich, dass die beiden Jungs, von denen ich oben berichtete habe, die beiden sind, deren Verbindungen lange und nachhaltig sind und deren Freundschaft mir wirklich etwas bedeutet. Sie waren und sind meine ersten besten Freunde!

 

 

Wer war Dein erster bester Freund?

2 Gedanken zu „Wer war Dein erster bester Freund?

  • 19. September 2017 um 14:15
    Permalink

    Teddy, Teddy war mein erster bester Freund. Er konnte zuhören, bei ihm durfte ich weinen und mich klein zeigen, er hat nie an mir herumgemeckert. Stiller, treuer Begleiter seit 54 Jahren.
    Als ich lernte mich selber zu lieben durfte er in den Wohlverdienten Kuscheltierruhestand 🙂

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